Wasser ist Leben
Wasser ist Leben

Das Leben mit dem Brunnen

Im April 2015 war der durch Elefantenfüße e.V. gefӧrderte Brunnen im kamerunischen Dorf Mebomezoa fertig. Was ist fünf Monate später im Alltag der Kinder und ihrer Familie anders geworden? Drei Kinder erzählen.

Fulbert Mbarga (15): Die Eltern sind sehr stolz auf den Brunnen. Früher gab es keinen Brunnen und wir mussten 5 Kilometer zurücklegen, um das Wasser zu holen. Das Wasser der Quelle war sehr schmutzig und wir litten an verschiedenen Krankheiten wie Cholera und Typhus.

Noch etwas. In der Trockenzeit sind alle anderen Brunnen des Dorfes zunehmend geschwunden, bis sie schließlich dann nicht mehr vorhanden waren.  Nur der Brunnen der „Deutschen“ hat der harten Trockenheit einen Widerstand geleistet. Der Brunnen der „Deutschen“ war also die einzige Wasserbeschaffungsmӧglichkeit des ganzen Dorfes. Sehen Sie, der Brunnen der „Deutschen“ hat uns gerettet! Wir danken auch den Technikern für die gute Arbeit!

Ich wünsche mir, dass wir einen weiteren Brunnen haben, damit die Nachbardörfer auch sauberes Trinkwasser genieβen können.

Patricia Onana Atsea (13): Das Leben hat sich seit dem Bau des Brunnens viel geändert. Wir tranken vorher das Wasser aus dem Sumpf und es gab viele Krankheiten wie Malaria, Gelbfieber und Durchfall. Das Wasser des Brunnens ist sauberer als das des Sumpfs und ruft keine wasserbedingten Krankheiten hervor.

Meine Botschaft an Elefantenfüße: Wir würden uns sehr über einen zweiten Brunnen freuen. Denn unsere Nachbarn, die 5 Kilometer von dem Brunnen entfernt leben, haben noch nicht Zugang zu sauberem Trinkwasser und sind neidisch auf uns.

Jean Calvin Mvogo Etoundi (12): Vor dem Brunnenbau war meine Groβmutter immer wieder krank wegen der sehr schlechten Wasserqualität. Jetzt hat sie kein Problem mehr. Ich bin sehr stolz darauf.

Dank des Brunnens haben wir Zeit zum Spielen und Lernen. Früher standen wir gegen 5.30 Uhr auf und gingen zur Wasserquelle. Wir konnten nicht genug schlafen. Wenn wir von der Schule zurückkamen, mussten wir ohne Pause wieder zur Quelle. Am Abend waren wir todmüde und konnten weder unsere Hausaufgaben machen noch unsere Lektionen lernen. Seitdem der Brunnen gebaut wurde, ist alles anders geworden.

                                                                                                               Beitrag von Jacques Abel Onya

Feierliche Zeremonie am neuen Brunnen

Der Brunnen ist Fertig - Dank all der vielen Spenden. Wir sind sehr Dankbar!

Die Dorfversammlung

Dorfzentrum, möglicher Ort für den Brunnen
2. Quelle, 3 km entfernt

Bericht von Joschka Merz, 19 Jahre aus Bonn: Das Dorf Mebomezoa (zu deutsch « Elefantenfüße ») ist ein kleiner, sehr abgelegener Ort, ca 100 Kilometer von Jaundé, der Hauptstadt Kameruns, entfernt. 

Das größte Problem der Einwohner ist die Wasserversorgung. Es gibt in Mebomezoa keine sauberes Trinkwasser.

Die Bewohner haben zwei Möglichkeiten, um an Wasser zu gelangen: Die eine, alles andere als saubere Quelle, ist einen Kilometer, querfeldein durch den Wald enfernt. Der Weg ist verwuchert, steil und sehr beschwerlich. Hat man dann die “Quelle”  erreicht, stellt man fest, dass es eher eine ca 2 x 2 grosse Pfütze ist (Bild oben). Das Wasser ist sehr schlammig und alles andere als klar. Der Rückweg, beladen mit zwei vollen Eimern, ist erheblich schwieriger als der Hinweg.

Bei der zweiten Möglichkeit sind die Umstände noch schlechter. Diese “Quelle”, Foto unten, sondert nicht nur einen unangehnemen Geruch ab (von Unreinheit des Wassers ganz zu schweigen), sie befindet sich auch drei Kilometer vom Dorf entfernt- eine Distanz,  die auschließlich zu Fuß zurückgelegt wird. Es ist jedoch nicht so, daß die Einwohner die freie Wahl zwischen diesen beiden Möglichkeiten haben. Zur Trockenzeit (Januar-Februar), schwindet die erste Quelle zunehmend, bis sie schließlich nicht mehr vorhanden ist.

Durch den Konsum des Wassers, Foto unten, leiden viele Menschen unter Krankheiten, die drastische Folgen(vor allem für die Kinder) haben.

ZWEITE SCHULUNG IN MEBOMEZOA

Am Freitag, 6. März 2015 hat die zweite Schulung zum Brunnenprojekt in Mebomezoa mit groβem Erfolg stattgefunden.

Am 6. März haben nochmals Joschka Merz und Jacques Abel Onya als Projektmanager 90 Kilometer von der Hauptstadt Jaunde bis zum Dorf Mebomezoa zurückgelegt. Und der Grund dafür: Sie sollten sich zum zweiten Mal mit der Dorfbevӧlkerung über das Wasserprojekt unterhalten.

Die beeindruckende Teilnehmeranzahl war das erste Erolgszeichen der Veranstaltung. Ungefähr 50 Dorfbewohner haben sich daran beteiligt. Darunter junge und alte Menschen. Keiner wollte das heiβ ersehnten Treffen verpassen. Auch alle Dorfbehӧrden waren dabei. Und dies war eben das zweite Erfolgszeichen. Nicht nur der Vertreter des Dorfoberhaupts Bernard Messi und die Kommunalberaterin Salomé Onana waren zu sehen, sondern auch der Dorfpfarrer in seiner Eigenschaft als der neu gewählte Vorstandsvorsitzende des Vereins Deutscher Freunde von Mebomezoa. Mit groβer Begeisterung hat Vater Patrick Essomba die Versammlung geleitet. Der Verein wurde im Dezember 2014 ins Leben gerufen, und setzt sich zum Ziel, sich für die Entwicklung des Dorfes in Zusammenarbeit mit den Elefantenfüssen e.V und einzusetzen.

Gute Nachricht

Der Deutschlehrer Onya ist zu Wort gekommen und hat sofort den Dorfbewohnern die gute Nachricht in seiner Muttersprache Ewondo mitgeteilt: „Das Projekt läuft gut. Wir sind ein Stück weitergekommen. Die Arbeiten fangen gleich an. Deshalb ist ein Techniker mitgekommen, um den genauen Punkt der Grabung festzulegen.“ Ein stürmischer Applaus und Freudeschreie lieβen sich hӧren. Dann wurde mit vollem Engagement über bestimmte Aspekte des Projekts wie Unterhaltung und Wartung des Brunnens diskutiert, ohne die geplanten Schulungen oder das zu bildende Hygienekomitee zu vergessen.

Die Wasserversorgung ist die Sorge Nummer 1 der Einwohner von Mebomezoa. Die Initiative des deutschen Vereins kommt deswegen gerade recht. Mit sauberem Trinkwasser kann man wasserbedingte Krankheiten wie Thyphus und Cholera sowie krankheitsbedingte Fehltage der Schüler vermeiden. Inzwischen durstet das Dorf weiter nach Wasser guter Qualität und wartet gespannt auf den ersten Spatenstich.  

                                                                                                  Beitrag von Jacques Abel Onya

 

 

 
ANTRAG AUF PROJEKTBEZUSCHUSSUNG


Bau von 1 Brunnen mit Pumpe in Mebomezoa


Land                                 Region/Ort                                                                         Laufzeit

Kamerun                           Region Zentrum in Mebomezoa                               von 01.03-30.04.2015

Zielgruppe

Zielgruppe sind etwa 500 Menschen, darunter 400 Jugendliche und 100 Erwachsenen in Mebomezoa. In diesem Dorf gibt es für die Menschen kein sauberes Trinkwasser. Wegen der schlechten Wasserqualität leiden sie an Magen- und Darm-Erkrankungen und viele Schulkinder bleiben dadurch sehr häufig dem Unterricht fern. Dazu sind die Schulkinder oft dazu gezwungen, die Schule zu verlassen, um Trinkwasser zu suchen. 

Kurzbeschreibung- Ziele und geplante Maßnahmen

Das Projekt verfolgt drei Hauptziele. Erstens  den Zugang zum sauberen Trinkwasser in Mebomezoa zu ermöglichen.
Zweitens die Cholera und andere, durch unsauberes Wasser hervorgerufene Krankheiten zu unterbinden, damit verbundene krankheitsbedingte Fehltage der Schüler zu vermindern und die Schulleistungen zu verbessern. 
Drittens zielt das Projekt darauf hin, eine nachhaltige Gesundheits- und Hygieneerziehung durch ständige Aufklärung im Dorf zu fördern. 

Aktuelle Lagebeschreibung

Das Dorf Mebomzoa(zu deutsch « Elefantenfüße ») ist ein kleiner, sehr abgelegener Ort, ca 100 Kilometer von Jaundé, der Hauptstadt Kameruns, entfernt. Hier leben ungefähr 500 Menschen, von denen 400 das Erwachsenenalter noch nicht erreicht haben. Die Einwohner teilen sich in neun Grossfamilien auf, die in den sechs Vierteln im Dorf leben.

Wasserversorgung

Das größte Problem der Einwohner stellt die Wasserversorgung dar. Es gibt in Mebomzoa keine Möglichkeit an sauberes Trinkwasser zu gelangen. Es stellt sich die Frage “Was tun”.

Es existieren für die Einwohner zwei Möglichkeiten an Wasser zu kommen. Die bevorzugte Option(wenn auch nicht wirklich von einem Vorzug die Rede sein kann) stellt eine, re als saubere Quelle dar, welche einen Kilometer, querfeldein durch den Wald enfernt ist. Dieser Weg ist auf Grund von Verwucherungen und nicht zu verachtetenden Steigungen, sehr beschwerlich. Hat man dann die “Quelle”  erreicht, stellt man fest, dass es eher eine ca 2 m 2 grosse Pfütze ist. Das Wasser ist sehr schlammig und alle sandere als klar. Man kann sich ausserdem vorstellen, dass der Rückweg, beladen mit zwei vollen Eimern, noch einmal erheblich schwieriger ist.

Bei der zweiten Wasserbeschaffungmöglichkeit sind die Umstände noch schlechter. Diese “Quelle” sondert nicht nur einen unangehnemen Geruch ab (von Unreinheit des Wassers ganz zu schweigen), sie befindet sich auch drei Kilometer vom Dorf entfernt- eine Distanz,  die ausschliesslich zu Fuss zurückgelegt wird. Es ist jedoch nicht so, dass die Einwohner immer die freie Wahl zwischen diesen beiden Möglichkeiten haben. Zur Trockenzeit( Jannuar-Februar), schwindet die erste Quelle zunehmend, bis sie schliesslich dann nicht mehr vorhanden ist.

Durch den Konsum des Wassers leiden viele Menschen unter Krankheiten, die drastische Folgen(vor allem für die Kinder) haben können.

Unterhaltung und Wartung des Brunnens

Die Dorfgemeinschaft  wird sensibilisiert und überzeugt, dass es unabdingbar ist, dass jede Familie  einen kleinen Betrag im Gegenwert von ca. 6 EURO jährlich für die Unterhaltung(einschließlich Chemikalien) und für eine eventuelle Reparatur des Brunnens entrichtet.

Schulungen

Schulungen in Hygiene und Demonstrationen zu Transport und Aufbewahrung von Wasser und zur Reinhaltung des Brunnens werden vor, während und nach der Projektlauzeit im Dorf durchgeführt. Dieses ist im Kostenplan bereits vorgesehen. Das entpricht 12 Schulungen. Bei den Schulungen wird ein besonderer Akzent auf die durch wasserbedingten Krankheiten im allgemeinen und die Cholera insbesondere gelegt.

Aufgaben des Hygienekomitees

Die Hygienekomitees werden damit beauftragt, die Sensibilisierung im Dorf fortzusetzen. Dazu wird eine ehrenamtliche Dialog-Plattform zwischen den Dorfbewohnern aufgebaut, um ständig über den Zugang zu sauberem Trinkwasser, die durch wasserbedingten Krankheiten und besonders die Cholera zu diskutieren. Darüber hinaus werden auch die Dorfoberhäupter  in das Projekt für die Gesundheitsberatung involviert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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© Petra Merz